Wappen

Erklärung der Wappen der Familie Strachwitz
von Moritz Graf Strachwitz

Die Familie Strachwitz aus dem Hause Groß-Zauche führte in früherer Zeit als Wappen einen schwarzen Keilerkopf auf rotem (!) Feld. So ist es auch abgebildet im Wappenbuch von Siebmacher, 2. Teil, 1703, Tafel 50. Warum die Familie einen Keilerkopf führt und woher der kommt, weiß niemand. Die Geschichte mit der polnischen Wappenfamilie Swinka glaube ich eigentlich nicht und die Wappensage mit Marbod, dem König der Markomannen, dem ein Strachwitz vor dem angreifenden Keiler das Leben gerettet haben soll, ist eben eine Sage, wie sie von vielen Familien in ähnlicher Weise erzählt wird.

Daneben gab es in Schlesien eine gleichnamige Familie Strachwitz „aus dem Hause Gäbersdorf“, die im 19. Jahrhundert erloschen ist. Diese Familie führte im Wappen ursprünglich blaue und silberne Streifen mit Pilgermuscheln in verwechselten Farben (Siebmacher, 1. Teil, 1605, Tafel 53).
1626 kam es zu einer Verbrüderung und Wappenvereinigung dieser beiden Familien. Sie legten vertraglich fest, daß sie sich künftig als Vettern ansehen sollten und vereinigten ihre Wappen, indem in Feld 1 und 4 der Keilerkopf und in Feld 2 und 3 die Muscheln erscheinen sollten. 1627 hat Kaiser Ferdinand II. diese Vereinigung der Familien und der Wappen bestätigt.

1630 hat Kaiser Ferdinand II. den Brüdern Christoph und Maximilian den Reichsfreiherrnstand verliehen und bei dieser Gelegenheit die ursprünglichen Farben der beiden Wappen einheitlich in die kaiserlichen Farben schwarz und gold verändert. Seit damals führen wir einen schwarzen Keilerkopf im goldenen Feld und die Streifen mit Muscheln sind schwarz und gold. Damals scheint die ganze restliche Familie diese Farben angenommen zu haben, denn der genannte Christoph war Prälat und Domherr in Breslau und Maximilian hatte keine Söhne!

Anläßlich der Grafenstandserhebung des Carl v. Strachwitz 1798 durch den König v. Preußen wurde dem Wappen ein Herzschild mit dem preußischen Adler gegeben, also im silbernen Feld ein schwarzer Adler mit den Kleeblattstengeln auf den Flügeln. Es ist nicht der schlesische Adler! Denn dieser hat ein goldenes Feld und ein silbernes Kreuz auf der Brust. Der preußische König wollte nach der Eroberung Schlesiens den lokalen Adel für sich gewinnen. Deshalb wurde der Carl v. Strachwitz (nicht Freiherr!) gleich Graf und deshalb haben wir den preußischen Adler ins Wappen bekommen.

Entsprechend haben sich auch die Helme und Helmzieren entwickelt.

Von dem Wappenspruch „Vis Vim Vincit“, der manchmal verwendet wird, weiß ich nicht, woher er kommt. Er gehört auch nicht zum eigentlichen Wappen.

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